Film

Superheldenjäger mit Legitimationsproblem
Im US-TV legte Agents of S.H.I.E.L.D., ein Spin-Off aus dem Universum der Marvel-Superhelden-Filme, gerade den besten Serienstart seit vier Jahren hin. Doch erscheinen die Geschichten rund um geheimdienstliche Überwachung und den Schutz der Bürger im Zeitkontext nun wie eine Versöhnung Amerikas mit der NSA. Ein Why We Fight für die Internetgeneration

Ich werde hier sein im Sonnenschein
Die Regisseurin Frauke Finsterwalder, die bisher mit Dokumentationen wie Weil der Mensch ein Mensch ist und Die große Pyramide in Erscheinung getreten ist, hat ihren ersten Spielfilm gedreht. Das Drehbuch verfasste sie zusammen mit ihrem Mann Christian Kracht, dessen umstrittener, großartiger Abenteuerroman Imperium im vergangenen Jahr für Aufsehen sorgte

Der Mythos des Narziss
Einer der produktivsten Filmemacher der vergangenen Jahrzehnte verabschiedet sich mit einem campy Schwanengesang voller Glitzer und geglätteter Gesichter. Zum Abschied schenkt Steven Soderberghs angeblich letzter Film Behind the Candelabra dem Kino ein kleines Epos der Selbstoptimierung

Die amerikanische Nacht
Eine Woche im Bannkreis des Kinos ist zu Ende. Zum Abschluss des 31. Filmfests München, eine Reise durch den zeitgenössischen, amerikanischen Film. Eine Spurensuche in abgedunkelten Räumen

In jedem Traumhaus ein Herzschmerz
Hoch lebe das Kino der Lüge! Der italienische Regisseur Paolo Sorrentino inszeniert in La Grande Bellezza das große, bedeutungslose Blabla des Lebens. Eine meisterliche Hymne auf die Leere der Ewigkeit, die Macht des Films und die Magie der Imagination

Die Stunde des Anarchisten
Auge um Auge, Zahn um Zahn. Auf dem Filmfest München präsentiert Nicolas Winding Refn seinen neuen Film Only God Forgives. Ein Werk von erhabener Konsequenz, das in seiner brillanten Einfachheit den Vorgänger Drive in den Schatten stellt

Kritischer Systemfehler
Drei Filme. Drei Nationen. Drei Geschichten über Menschen im Räderwerk der Institutionen zwischen Kapitalismus, Globalisierung und dem Traum von der besten aller möglichen Welten

Der Realismus ist ein Humanismus
Die Liebe zweier Frauen in der unüberbrückbaren Kluft sozialer Milieus und menschlicher Lebensanschauungen. Mit La Vie d’Adèle gelingt Abdellatif Kechiche ein beeindruckender Spagat zwischen realistischer Sozialstudie, philosophischer Sinnsuche und der simplen, sinnlichen Schönheit des Menschseins

Untod oder Freiheit
Im Innern, da ist nichts als Leere. Marc Forsters Zombie-Katastrophenfilm World War Z hetzt seinen Protagonisten Brad Pitt auf der Jagd nach empfindungslosen Hüllen um die ganze Welt. Und regt den aufmerksamen Zuschauer nebenbei zum Sinnieren über die empathische Kraft des Kinos, das Bezugsgeflecht Mensch-Zombie/Schauspieler-Rolle und das politische Sendungsbewusstsein Hollywoods an

Das Feuer in uns allen
Derek Cianfrance liefert mit The Place Beyond the Pines den ersehnten Nachfolger zum gefeierten Blue Valentine. Und legt ein episches Melodrama über Väter, Söhne und die Unausweichlichkeit ihres familiären Erbes vor, das mit seiner emotionalen Wucht selbst die kühnsten Erwartungen noch übertrifft

Die unerträgliche Belanglosigkeit des Seins
Auch in seiner sechsten Regiearbeit zelebriert Terrence Malick das Wunder des Lebens und der Liebe in eindrucksvollen Bildern. Seinen Stil hat der Kritikerliebling in To the Wonder perfektioniert. Das Ergebnis: ein makelloser Parfum-Werbespot

Mut zum Mythos
Das US-amerikanische Kino inszeniert seit jeher Geschichte und Geschichten. Im Spannungsfeld von Mythos und historischer Wahrheit etabliert sich der australische Regisseur Andrew Dominik als bedeutender Autorenfilmer der Gegenwart